Interview mit Amadeus

Name, Vorname: Straubel Sebastian (CSU)

Alter: 35

Geboren: 14.07.1983

Wohnhaft: Lautertal

Familienstand: ledig

Kinder: noch keine

Konfession: evangelisch-lutherisch

gelernter Beruf: Radiojournalist

ausgeführter Beruf: Erster Bürgermeister der Gemeinde Lautertal

 

 

1.    Herr Straubel, als jetziger Bürgermeister von Lautertal bewerben sie sich als Kandidat für den Chefsessel im Landratsamt Coburg. Was waren ihre Beweggründe dazu?

Es ist an der Zeit ein neues Kapitel für das Coburger Land aufzuschlagen. Gemeinsam mit dem Menschen möchte ich unsere Region weiterentwickeln und den Landkreis noch liebens- und lebenswerter machen.

2.    Warum sollte man ausgerechnet Sie wählen?

Ich bin Kommunalpolitiker mit Leib und Seele. Politisch seit fast 20 Jahren aktiv und seit 4 ½ Jahren hauptamtlich als Bürgermeister der Gemeinde Lautertal. Mit meiner Energie, meinen Ideen und meiner Auffassung von Politik werbe ich um das Vertrauen. Denn die Zukunft ist keine One-Man-Show, sondern eine gemeinsame Idee. Ich will zuhören, analysieren und anpacken. Mich kümmern.

3.    Was für Aufgaben wären für Sie die wichtigsten die es anzupacken gilt?

Das Coburger Land hat Zukunft. Wir müssen dabei aber dem stattfindenden Wandel – mit all seinen Facetten – aktiv begegnen. Denn vieles ändert sich schon heute. Die Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen haben unterschiedliche Anliegen. Lösungen aus der Retorte bringen uns nicht weiter. Wir brauchen einen eigenen Landkreisplan: Von der ärztlichen Versorgung, über Mobilität, Schule und Bildung bis zur Förderung der heimischen Wirtschaft und des Mittelstandes. Wir haben Potenziale. Aber wir müssen uns intensiv darum kümmern, diese zu erhalten und auszubauen!

4.    Werden Sie an der Arbeit ihres Vorgängers Michael Busch festhalten oder gibt es hier einen grundlegen Wandel?

Wenn mir die Menschen das Vertrauen schenken, werde ich sicherlich nicht alles neu, aber vieles anders machen. Ein grundlegender Wandel ist meines Erachtens nicht nötig. Wir brauchen aber in einigen Bereichen neuen Schwung und frische Ideen.

5.    Die gemeinsame Vermarktung der Region im touristischen Bereich von Main bis Rennsteig, sprich der Landkreis Sonneberg und Hildburghausen werden sie weiter ausbauen und vorantreiben oder doch verändern?

Im touristischen Bereich sind wir nicht nur im Landkreis, sondern in der ganzen Region gut vorangekommen. Diesen Weg will ich weitergehen. Das Potenzial ist erkannt, jetzt müssen wir diese Chance noch mehr nutzen. Der Wachstumsmarkt Tourismus schafft auch Jobs und die Wertschöpfung der Region bleibt in der Region.

6.    Was für infrastrukturelle Maßnahmen müssen zukünftig im Landkreis Coburg getätigt werden, dass das wirtschaftliche Wachstum in der Region weiter anhält?

Infrastruktur ist ein abstrakter Begriff. Wir brauchen gute Verkehrswege, denn Mobilität ist die Grundvoraussetzung für die Menschen im ländlichen Raum. Wir müssen uns bei der zunehmenden Digitalisierung besser aufstellen. Wir müssen die ärztliche und pflegerische Versorgung sichern und ausbauen. Auch wohnortnahe Schul- und Bildungsangebote (übrigens für Jung und Alt!) werden künftig immer wichtiger.

7.    Wie müssen sich ihrer Meinung nach die Strukturen auf dem Land ändern, dass die dörflichen Gebiete nicht an Attraktivität verlieren und weiter existent bleiben können?

Wir müssen die Grundstrukturen erhalten. Ohne die Basics werden die Menschen die Dörfer verlassen. Wir müssen aber auch für neue Ideen offen sein, um Probleme zu lösen und Möglichkeiten zu schaffen. Bei pauschalen Lösungen bin ich vorsichtig – denn der ländliche Raum ist unterschiedlich und was hier funktioniert muss dort nicht unbedingt passen.

8.    Ärzte Mangel auf dem Land und Leben bis ins hohe Alter dort wo man ein Leben lang tätig war. Das wünschen sich die meisten unserer Mitbürger. Wie kann dem entgegen gewirkt werden, bzw wie kann dieses realisiert werden?

Das Bayerische Gesundheitsministerium hat bereits ein ambitioniertes und umfangreiches Förderprogramm für die ärztliche Versorgung auf dem Land initiiert. Im Übrigen mit steigenden Zahlen bei Ärzteniederlassungen. Als Landkreis werden wir unterstützen wo es möglich ist. So werde ich mich intensiv bei der Zukunftsfrage des Coburger Klinikum engagieren. Grundsätzlich will ich, dass unsere Einrichtungen in kommunaler Hand bleiben.

9.    Was für eine Frage sollen wir Ihnen noch stellen?

Sind Sie eigentlich zu jung für das Amt des Landrats? Diese Frage kommt vor allem von Mitbewerbern. Ich beantworte Sie dann auch gleich. Nein. Mit 35 Jahren bin ich gerade zwischen Älterwerden und Jungbleiben. Ich habe viele Erfahrung sammeln dürfen, bin offen für Neues und habe den Schmackes umsetzen zu wollen.